Die dritte Night of the Jumps in der Kölnarena brachte jede Menge Überraschungen mit sich. Das fing mit der unerfreulichen Nachricht an, dass der Weltranglistenführende Mat Rebeaud aus der Schweiz und der Spanier Nicolas Ortuno im Training gestürzt waren und deshalb nicht antreten konnten.
Zum ersten Mal war Köln Teil der neuen Weltmeisterschaft der IFMXF (International Freestyle Motocross Verband). Es ist der neunte Contest der FIM IFMXF World Championships in der laufenden Serie.
Für eine weitere Überraschend sorgte der deutsche Motocross-Altmeister Busty Wolter. Bei der Veranstaltung, die im Rahmen der InterMOT Messe stattfand, fuhr er auf den zweiten Platz und sammelte damit seine ersten WM-Punkte. Gegen den erstplatzierten Franzosen Remi Bizouard, der auch schon in der Qualifikation vorne lag, hatte er aber keine Chance. Mit all seiner X-Games Erfahrung zeigte Bizouard einen 9-O-Clock Indian Air Lockback, 1-Handed Seatgrab Scorpion Style, Cliffhanger, Flintstone, Backflip, Rock Solid to 1-Handed Hartattack, Backflip, Whip und Tsunami Scorpion Style.
Nicht gut lief es für den Franzosen Jey Rouanet und Libor Podmol aus Tschechien (derzeit vierter Platz in der WM), die beide in der Qualifikation stürzten und deshalb nicht ins Finale vorrücken konnten. Freddy Peters, der auf der Night of the Jumps seinen ersten Backflip (in einem Contest) zeigte, fuhr leider nur auf den undankbaren siebten Platz und verpasste das Finale so knapp.
Daneben gab es noch den Whip-Contest und Highest Air. Den Whip-Contest konnte Remi Bizouard vor dem Schweden Morgan Carlson gewinnen. Im Highest-Air triumphierte der in der Qualifikation gestürzte Libor Podmol mit 6,90 Meter vor Oystein Kjorstad (Norwegen). Auf den dritten Platz kam sensationell der erst 12-jährige Ken Roczen, der nur in dieser Disziplin an der Night of the Jumps teilnahm.
Die Veranstaltung in der Kölnarena startete mit einer Verzögerung von knapp 45 Minuten. Kölns größte Halle sollte voll werden, richtig voll, es heißt ausverkauft. So gab es auf den Gängen dann auch dichtes Gedränge, die ältere Lederjackenfraktion stand neben Neugierigen und Familienvätern mit ihren Kindern. Viele wollten an der Besichtigung des Fahrerlagers teilnehmen, so dass sich dort eine Schlange bildete, die fast einmal um die Kölnarena herumreichte. Das Event zog wohl viele an, die sonst nichts mit Motocross anfangen können. Die Show startete mit einer noch unbekannten Rockband namens Poolstar, dann liefen Cheerleader in die dunkle Halle ein, um unter lautem Knall und Feuerwerk mit ihrer streckenweise etwas holprigen Performance zu beginnen. Übertragen wurde die Night of the Jumps live auf Eurosport.
Auf die World Championchip hatte der Ausgang wenig Einfluss. Mathieu Rebeaud bleibt mit 112 Punkten deutlich an der Spitze vor André Villa (Norwegen) mit 102 Punkten und Fredrik Johansson (Schweden) mit 94 Punkten. Rémi Bizouard konnte sich auf den siebten Rang verbessern, Sebastian Wolter fuhr seine ersten Punkte ein und landet auf dem 18. Rang. Die Entscheidung über den ersten Weltmeister wird also das Spitzen-Trio bei den nächsten Läufen in Hamburg und Katowicze unter sich austragen. Insgesamt werden bei der Serie 500.000 Euro Preisgeld an die Fahrer verteilt.