Die amerikanischen Südstaaten bringen ja durchweg kranke Rapper hervor, aber die Ying Yang Twins sind die Krankesten aller Kranken. Es ist das fünfte Werk von Kaine und D-Roc aus Atlanta und Nachfolger des 2005er Platinum-Albums „U.S.A. (United State Of Atlanta)“. Auch mit „Chemically Imbalanced“ werden die Ying Yang Twins alle, denen das Wort Crunk nicht geläufig ist, nur verstören. Ihre HipHop-Suppe ist zwar nicht so brutal gewürzt wie bei Lil’Jon, dafür setzen die zwei Atlanta-Freaks aber viel stärker auf Humor, und so ist ein Vergleich mit Outkast nicht ganz abwegig. Produziert wurde das Album von Mr. Collipark, der auch schon zuvor dabei war, zusammen mit Wyclef Jean und Jerry „Wonda“ Duplessis. Es ist übrigens die letzte Zusammenarbeit von Collipark mit den Yang Yangs, beide haben verkündet künftig getrennte Wege zu gehen. Herausgekommen ist auf "Chemically Imbalanced“ viel Blinkendes, etwas Schräges und manches Verrücktes (wie zum Beispiel „Collard Greens“). Es macht jedenfalls Spaß, sich durch die 19 Tracks des Albums zu hören, denn an fast jeder Ecke wartet die eine oder andere Überraschung. Dass Kaine und D-Roc den Titel des Albums auf sich selbst beziehen, bzw. darauf, dass sie selbst Gegensätze verkörpern, ist insofern nicht nachzuvollziehen, als dass sie hier gut miteinander harmonieren. Was wäre der eine ohne den anderen? Ihre wilden Raps machen „Chemically Imbalanced“ zu einer der spaßigsten Platten des Jahres. Zu mehr aber auch nicht, denn vielleicht fehlt letztendlich doch noch die Extraprise Genialität. Wertung 8/10.