Wortgewandt – Shiny Days
Affekt Records / Rough Trade VÖ: 01.06.2007
Große Worte im Booklet des dritten Albums von Wortgewandt: “Viel läuft schief im Rapbizz. Wir wollen es wieder auf die richtige Schiene bringen. Wann gibt’s mal wieder eine echte Rapcrew an der Spitze? Wir stehen bereit”. Bereit stehen die drei Hanauer MCs Loudz, Kon Takt und Nicksen mit einem sauber produzierten Longplayer, der durch extrem viel Bass auffällt. Gemastert wurde der Sound von Affekt Records Chef Ronnex, der die Beats von Beatgees und Loudz zu einer dicken Soße hochgezüchtet hat. Mit ebenso viel Durchschlagskraft rappen auch Loudz, Kon Takt und Nicksen: Auf den 20 Tracks „Shiny Days“ geht es zur Sache. Dabei fällt aber auf, dass sich die Crew aufgrund ihrer wortgewaltigen Raps vielleicht besser Wortgewalt anstatt Wortgewandt genannt hätte, denn gewandt im eigentlichen Sinne sind die Textzeilen nicht. Hier zeigt sich das Problem des Albums, das rein technisch hochklassig ist, aber wenig Ideenreichtum zeigt. Beats und Reime klingen meist abgedroschen und kaum neuartig. Es fehlt an Spritzigkeit und Dynamik. Dazu gibt es kaum Abwechslung – Sound, Rap und Beats klingen über weite Strecken zu gleichförmig. Wäre „Shiny Days“ ein reines Battle-Album könnte man das akzeptieren, aber so gehen ernsthaftere Themen wie auf „Nicksen“ featuring Joanne im allgemeinen Strom des Albums unter. Wer es hart mag, wird an der dritten Scheibe von Wortgewandt Gefallen finden. Andere Crews können jedoch konsequenter hart sein. Und Andere wiederum punkten durch mehr Vielfalt. Damit bleibt Wortgewandt nur der Mittelplatz. Wertung 6/10.