Two Gallants – The Scenery of Farewell EP
Saddle Creek / Indigo VÖ 01.06.2007
Wetten, dass die Two Gallants ziemlich bald Saddle Creeks nächster großer Hit werden? Zumindest bei uns in Europa, denn in ihrer Heimat, den USA, ist die Band bereits überregional erfolgreich wie unter anderem eine größere Tour mit den Decemberists zeigt. Gründe gegen diese Annahme findet man auch auf „The Scenery of Farewell“ nicht, Gründe dafür jedoch eine ganze Menge: die beiden Kalifornier, benannt nach einer Kurzgeschichte von James Joyce, begeistern mit einer ausschließlich akustischen Country/Folk Mischung (im Gegensatz zu ihrem vorherigen, elektrisch instrumentierten Album „What the Toll Tells“), angereichert mit einer gehörigen Portion Melancholie, einer dezenten Punk-Attitüde wie Piano, Cello und Violine. Musikalisch ordnet sich das ganze irgendwo zwischen Bright Eyes, frühen Against Me!, Bob Dylan und eben erwähnten Decemberists ein. Wenn die Texte in der Zukunft noch ein bisschen klischeefreier werden, („Mama said I am best of dead / Lord knows how hard I try“), kann man von den Two Gallants richtig Großes erwarten – vielleicht sogar schon auf der nächsten EP die dann, in einem elektrischen Gewand, im Herbst erscheinen wird. Das Label „EP“ ist mit einer Spielzeit von mehr als 28 Minuten übrigens mehr als großzügig vergeben worden, manch anderer würde da wohl schon von „Album“ sprechen. Wertung 8/10.