Da ist es nun, Timbalands großes neues Album, für das der Erfolgsproduzent großspurig ankündigte, alte Genrekategorien außer Kraft zu setzen. Das ist vorweg gesagt überhaupt nicht gelungen, auch wenn der Blick auf die Gästeliste mit Rockbands wie The Hives oder Fall Out Boy tatsächlich mehr als ein HipHop-Album erwarten lässt. Timbaland zeigt sich allerdings von seinen Features ziemlich unbeeindruckt, und liefert seinen bekannten, gewaltig-pumpenden Sound ab. Das Ergebnis klingt auf den 18 Tracks mal mehr, mal weniger originell, auch wenn ohne Frage Timbalands Qualitätsmaßstäbe greifen. Wirklich schockierend an „Shock Value“ ist allerdings nur, dass der Sound stets gleich nach einem Gemisch aus HipHop, Pop und R’n’B klingt, und keine Rücksicht auf die hochkarätige Starbesetzung nimmt. Justin Timberlake, Nelly Furtado, Dr. Dre, Missy Elliot oder 50 Cent, sie alle bleiben unter Timbalands Einfluss recht blass. Im letzten Drittel verlässt Timbaland dann zumindest oberflächlich bekanntes Terrain und präsentiert seine Kollaborationen mit The Hives und Fall Out Boy. Diese klingen dann allerdings so, wie ein ganz gewöhnlicher Song auf einem Fall Out Boy Album. Auch Megastar Elton John kommt auf dem vorletzten Track nicht so recht zum Zug. Damit keine Missverständnisse aufkommen: „Shock Value“ ist keineswegs ein schlechtes Album. Nur schockierend, innovativ oder fortschrittlich ist es eben auch nicht. Eine erstklassige Partyscheibe zum Spaß haben, mehr nicht. Wertung 7/10.