The Seducers - Vol.1
Ritchie Records / Flight13 Records VÖ: 06.07.2007
Ist es unfair, heute neu geschriebene Rock’n’Roll-Songs deshalb zu verdammen, weil die Musik genau so klingt wie vor 30 Jahren? Ist es unfair, Anhänger dieser ganzen Rockabilly-Bewegung zu unterstellen, daß sie nostalgische Träumer sind und nicht zeitgemäß. Nicht notwendigerweise, da Rockabilly durchaus Schattierungen hervorgebracht hat, die moderner sind und auch den Geruch unserer Zeit tragen wie zum Beispiel Psychobilly. Doch genug der Abschweifungen, es gilt jetzt zu fragen, was „The Seducers Vol.1“ für Attribute hat, die sie von Platten der letzten 30 Jahre hervorhebt, zumal sie auf ihrer MySpace-Seite hervorheben, daß sie neben einigen vergangenen und auch aktuellen Bands von „lots of old, cool and groovie stuff“ beeinflusst sind. Während „Seite 1“ der Platte relativ gleichförmig dahinfließenden Rock’n’Roll zu bieten hat, was auch an der etwas lieblosen Produktion liegen kann, wartet die zweite Seite mit markanteren Punkten auf: Auf „Bus shake“ zum Beispiel mit markantem Gröhl-Punk-Gesang, „Pain mask“ ist flott galoppierend und hat durch hohen Gesang und Orgel einen psychedelischen Touch. In „I do too“ werden fast „Hives“-artig Verse skandiert, die allerdings von viel zu schwachen Gitarren nicht richtig akzentuiert werden. Überhaupt leiden die Songs der Freiburger unter der schlechten Produktion. Aber mit „Seite 2“ als Marschrichtung und geschärfterer Produktion könnte das was werden in Zukunft. Wegen „Seite 1“ und einer sehr mäßigen Produktion kann „The Seducers Vol.1“ leider nicht begeistern, die Gesamtspielzeit von 26 Minuten 26 Sekunden sei hier sogar außer Acht gelassen. Wertung 4/10.