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The Cure - Cure Festival 2005
Universal VÖ: 01.12.2006

CD im Bumbanet Store

 

In jeder Hinsicht kann die DVD „Cure Festival 2005“ als ungewöhnlich bezeichnet werden und zwar zuallerst im Hinblick auf das Line-up, ist es doch so, dass neben Robert Smith, Simon Gallup am Bass und Jason Cooper am Schlagzeug der bereits seit den Anfängen bis 1978 und danach noch einmal von 1984 bis 1993 an der Gitarre tätige Porl Thompson wieder dabei ist. Die insgesamt 30 Songs umfassende DVD, die eine Gesamtspielzeit eines ausgiebigen Livekonzertes von gut 2 ½ Stunden darbietet setzt sich aus Konzertausschnitten von europaweit 9 gespielten Gigs in Spanien, Belgien, Frankreich, Schweiz, Sizilien (Italien), Ungarn, Deutschland, Griechenland und Türkei zusammen. Es ist eigentlich weniger die Show, als vielmehr die videotechnische Kunst, die hierbei im Vordergrund steht. Ständige Perspektivwechsel auf die Bühne und die Musiker erzeugen das Live-Feeling, also dass sich etwas bewegt, was auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass man sowohl ausgewählten Fans im Publikum, sowie der Bühnencrew, als auch professionellen Filmern Kameras in die Hand gedrückt hat. So kommt es außerdem zustande, dass man teils gestochen scharfe, wie auch eher leicht verschwommene Bilder zu sehen bekommt. Des weiteren werden sämtliche Effekte der Videokunst eingesetzt, wie etwa Überblendungen, bei denen dann auch schon mal das zeitlich frühere Bild im aktuellen stehen bleibt und farblich anders eingetönt wird. So entsteht vor allem in der ersten Hälfte der DVD oftmals ein psychodelischer Gesamteindruck. Gerne wird aber auch auf Schwarz-weiß-Sequenzen zurückgegriffen. Der obligatorische Nebel auf der Bühne lässt das Bild ab und zu ganz im dahinter befindlichen Scheinwerferlicht verschwinden. Im Grunde genommen existiert bei keinem der mitgeschnittenen Konzerte ein Bühnenbild, so dass beim Ansehen immer die Band im Fokus des Betrachters bleibt. Hier und da wird auch mal übers Publikum geschwenkt. Die Lightshow setzt sich aus den Grundfarben gelb, blau und rot zusammen und durch einen ständigen Mix der Lichtkegel wird so fast jede erdenkliche Farbkombination eingeblendet. Musikalisch darf man einen Cure-typischen Mix aus punkigen Rhythmen und Riffs, allerdings einer musikalisch versierteren Art mit Dark Wave-Elementen erwarten. In dem Zusammenhang hebt sich Robert Smith durch seinen leicht Gothik-mäßig angehauchten Teint eindeutig von den eher punkig rüberkommenden anderen Bandmitgliedern ab. Nicht zu glauben, dass er auf die 50 zugeht. Die nicht gerade zu den eingefleischten Cure-Fans gehörenden Käufern werden vermutlich die altbekannten Top Ten-Hits vermissen, da wird man sich wohl mit solchen Highlights wie „Fascination street“ oder immerhin „Just like heaven“ begnügen müssen. Ansonsten bekommt man aber die altbewährte, nicht immer ganz der Harmonik folgende Stimme Robert Smiths geboten. Um das Konzert am Stück hören und sehen zu wollen muss man allerdings schon ein Hardcore- oder besser Hardcure-Fan sein. Das einzige, das nun doch verwundert, ist die Freigabe des Videos ab frühestens 15 Jahren. Von Gemetzeln auf der Bühne ist da jedenfalls nichts zu sehen. Wertung 7/10.

Autor:
Frank Findeiß


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