In 25 Jahren kommen so einige Songs zusammen. Viele davon werden niemals veröffentlicht. Und im Falle von Sonic Youth sind die unveröffentlichten oder nur als B-Seiten existierenden Songs so gut, dass sie mühelos ein hervorragendes Album füllen können. Die Zusammenstellung ist hier allerdings eine für Liebhaber – was auch der Titel schon andeutet. Anders als auf dem aktuellen, diesjährigen Album „Rather Ripped“ nehmen sich Sonic Youth allen Platz der Welt für ihre Songs und verzichten auf feste Strukturen. Die elf Stücke sind noch relativ neu, die meisten von ihnen sind in den letzten fünf Jahren entstanden. Schon der Einstieg, das über zehn Minuten lange „Fire Engine Dream“, das von den Sessions zu „Sonic Nurse“ stammt, ist für Sonic Youth ungewöhnte Hörer schwer zu verdauen. Auch die folgenden Titel zeigen die New Yorker Noise-Band ganz im Gewand des Avantgardismus, indem sie klassische Muster des Rocks meiden. Dazu kommt, dass viele der Songs ohne den Gesang von Thurston Moore und Kim Gordon auskommen, und damit ein weiteres prägendes Element fehlt. Dafür ist noch Jim O'Rourke bis auf wenige Ausnahmen mit von der Partie, der die Band 2004 verließ. Zum Abschluss des Raritäten- und B-Seiten-Albums gibt es mit „The Diamond Sea“ eine 25-minütige Nummer von 1995, die Sonic Youth bei der Lollapalooza Tour in selbigem Jahr am Ende jedes ihrer Konzerte spielten. So kommt hier – wenig überraschend – ein randvoll gefülltes Album mit über 75 Minuten Spielzeit heraus, das die Herzen echter Sonic Youth höher springen lassen dürfte. Alle anderen dürften jedoch an den schier unendlich ausgebreiteten Stücken verzweifeln. Übrigens ist „Destroyed Room: B-Sides And Rarities“ gleichzeitig Sonic Youths Abschied vom Label Geffen, mit dem sie zehn Alben lang verbunden waren. Man wird sehen, wie es weitergeht. Wertung 8/10.