Sleepytime Gorilla Museum - In Glorious Times
Equilibre / Twilight-Vertrieb VÖ: 11.06.2007
"Sleepytime Gorilla Museum", das heißt musikalisch höchst anspruchsvolles Gedankenspiel. Wären Mike Patton und Bjork, Tom Waits und die Berliner Philharmoniker gemeinsam im Studio gewesen, hätten LSD geschmissen und gelegentlich einen Song komponiert, vielleicht hätte das Ergebnis ähnlich wie die neue Platte "In Glorious Times" geklungen. Orchestrale Arrangements wechseln mit puristischen einlagen, das Songwriting könnte gelegentlich fast von Primus stammen. Metal ist das wirklich nur in allerweitestem Sinne. Die Besetzung bedient sich vielmehr aller musikalischen Spielarten, die man sich denken kann, und macht auch vor Kontroversen nicht halt, im Gegenteil: die Musiker suchen sie förmlich. Das ist auch die große Stärke der Scheibe, denn selten sieht man den weiteren Verlauf der Songs voraus. Fans der oben erwähnten Größen oder auch Leute, die mit experimentellen Jazz- oder Indie-Formaten etwas anfangen können, vielleicht mit einem Schuss Morbidität versetzt, kommen bei der Scheibe voll auf ihre Kosten. Wahnsinnsmusiker mit großartigen Ideen, die eines Frank Zappa würdig wären. Wer eingängige Songs sucht, sollte um dieses musikwissenschaftliche feuerwerk allerdings einen großen Bogen machen. Hier regiert der Geist von Psychopathen - im positivsten Sinne. Wertung 9/10.