Die 13 gilt im Allgemeinen nicht gerade als Glückszahl – für Skinny Puppy könnte sie eine sein. Ihre neue Platte „Mythmaker“, die 13. in der über 25jährigen Band¬geschichte und Nachfolger von „“The Greater Wrong Of The Right“, soll die bisher ambitionierteste werden. Radikale Umbrüche braucht aber niemand zu fürchten, die Band bleibt ihrem eigenen düster-elektronischen Klangkosmos treu. Puppy-Songs erschließen sich selten beim ersten Hören, zumal verschachtelte Soundcollagen wie „daL“ oder „lestiduZ“, aber es gibt auch eingängigeres wie den tanzbaren Opener „Magnifishit“ oder das kraftvoll-melancholische „haZe“, das atmosphärisch mit Vogelgezwitscher und der Feststellung „Death is like a butterfly“ beginnt. Zentrale Themen der Platte sind Kontrolle und Kulturmanipulation und auch sonst wird nach allen Seiten Kritik ausgeteilt: Das treibende „ugLi“ mit dem Refrain „Jesus wants to be ugly“ richtet sich gegen den Missbrauch von Religion, die rhetorische Frage „Are you up fort he suck?“ in „politikiL“ gegen die Medien. Dabei ist Ogres vocoder-verzerrter Gesang teils wütend und laut, teils fast geflüstert und wird so zur schneidend-sanften Stimme, die sich in den Hinterköpfen der Zuhörer einnistet. Wertung 8/10.