Englischer Rap aus Deutschland ist nicht unbedingt verbreitet: Kaum einer der nicht auf Deutsch rappt. Raptile, ist einer der wenigen, die es versuchen, doch mit dem hat Shortlord nun wirklich nichts zu schaffen. Der Sohn eines US-Soldaten wuchs – da überrascht nicht – in Frankfurt auf und steht eher in der Tradition des Hamburger KC Da Rookee (falls den noch jemand kennt?), als in der des Bling Bling Raptile. Nun hat Short Lord aber schon mit einem anderen Rapper dieser Sorte zusammengearbeitet: Nana. Dem half er bei dessen Album „Darkman“ und kassierte wohl ordentlich Geld. Viel folgte danach nicht mehr, eine Single seiner Crew „Da Prophets Empire“, eine EP namens „Da Crusade“ und verschiedene Compilation-Beiträge. Nun ist es Zeit für sein erstes Album, ein dunkles, meist nachdenkliches Werk, das aber trotzdem eine große Bandbreite an den Tag legt. So mischen sich des öfteren wie auf dem Titeltrack „Heaven Sent“ und „Move 2 Da Beat“ (featuring Daddy Freddy) Dancehall Einflüsse in den Sound, dazu kommt auch mal ein Schuss Soul bei „Mother Earth“, auf dem Nneka singt. Der eine oder andere Club-Banger fehlt auch nicht, zum Beispiel „I Got Love“ oder „Holla At Me“, beide sind aber eher mittelmäßig. Die Stärke des Albums liegt eher in seinen atmosphärisch dichten Beats und dem gut flowenden Rapstyle von Short Lord, der stellenweise ein wenig an 50 Cent erinnert. Das zeigt sich gerade auf „Ex Bitches“, einer der stärksten Nummern des Albums, das ganze 68 Minuten lang ist. Vielleicht etwas zu lang, denn nicht alles und vor allem nicht jeder Beat kann überzeugen. Insgesamt ist „Heaven Sent“ jedoch ein interessantes Album, das mal eine andere Facette von „deutschem“ HipHop aufzeigt. Wertung 6/10.