Der Name ist Programm. Denkste. Zwar ließe sich glauben, dass so, wie diese Band typische deutsche Nachnamen aneinanderreiht, sie auch der Banalität huldigt - was aber nicht der Fall ist. Vielmehr wird dieser Träger der Alltagsöde in klugen, frechen, stets knackig-ehrlichen, selten lieben und manchmal ärgerlichen Texten gnadenlos seziert. Dabei gerät allerdings gelegentlich die musikalische Komponente unter die Räder. Zwar verfügt David Lemaitre über eine schöne, warme Stimme, die er auch intensiv einzusetzen versteht, und erfreuen Schulzemeierlehmann mit schwungvollem, kräftigem Rock oder balladiger Akustik. Doch leider klingen die Stücke manchmal ein bisschen wie eine Platte mit Sprung (vor allem „Ich AG“ und „Schweigen“ gegen Ende). Hier wird sich vielleicht ein feineres Gespür für Toleranzgrenzen einpendeln. Einen besseren Sinn sollte die Band auch für das Verhältnis Hintergrundmusik-Stimme entwickeln, das noch unausgereift wirkt. Ansonsten wäre ein bisschen weniger Chauvinismus (wie bei „Bring dich um“) eine äußerst wünschenswerte Option! Fazit: Die ideale Platte für alle, die genug vom Schmuserock haben, sich aber auch nicht mit dem richtig harten Stoff zudröhnen wollen. Geduld ist wegen der oft bis ins Zähe ausgewalzten Passagen aber dringend angebracht. Wertung 6/10.