Wer hätte noch mit einem Comeback von Sabrina Setlur gerechnet? Nach so vielen Jahren? Kann das überhaupt gut gehen nach fünf Alben und zwei Millionen verkauften Tonträgern? Die ehemalige Schwester S., die an der Seite von Moses P. in den 90ern die Charts aufmischte, kam 2003 zwar noch mal mit dem Album „Sabs“ zurück, machte sonst aber eher mit nichtmusikalischen Themen Schlagzeilen. Mit ihrem sechsten Longplayer will Setlur wohl wieder angreifen, zumindest lässt der Titel „Rot“ dies vermuten. Für den Anfang passt das auch: Nach der lauten Single „Lauta“ versucht sich auch „Discolampen“ in Disco-Electro. Vielleicht etwas spät, jetzt wirkt das nämlich nur wie von Deichkind kopiert. Danach ist die Luft raus und es geht mit Balladen weiter, die von Sebastian Hämer mit vertont wurden. Weitere Disconummern wie „I Think I Like That“ bleiben die Ausnahme. Auch böse Wörter wie „Motherfucker“ nimmt Sabrina Setlur nur selten in den Mund, zum Beispiel auf „Als sei nix gewesen“. Unterm Strich ist das alles zu konzeptlos, zu berechnend und viel zu wenig aufregend. Setlurs sechstes Album ist zu blass, als dass es noch ernsthaft den Musikmarkt aufmischen könnte. Wertung 4/10.