Hier kommt er – mit einem Jahr Verspätung: Der Megasmasher aus Australien. Dort auf der anderen Seite der Welt sahnte das zweite Album der Rogue Traders Preise ohne Ende ab, landete auf Platz 2 der Charts und koppelte gleich fünf Singles aus. Während die Band um Sängerin Natalie Bassingthwaighte bereits am dritten Album arbeitet, erscheint „Here Come the Drums“ auch in Europa. Die Geschichte der Band reicht aber viel weiter zurück, bereits 1989 trafen sich die beiden Gründungsmitglieder James Ash und Steve Davis in London, Natalie, zuvor Schauspielerin bei der Soap Neighbours, stieß aber erst 2004 hinzu. Klingen tun die Rogue Traders durchaus australisch, der tanzbare Electro-Rock ist weder typisch für europäische noch für amerikanische Bands. Fette Gitarren, knallende Beats und dazu Natalie Bs prägnant-süße Stimme. Manche Songs wie „Rescue Me“ fahren auch eine softe Schiene und sind mehr Pop-Dance als Rock. Es geht bei diesem Album um Spaß, das wird schnell klar. Vor allem gerade dann, wenn sich die Rogue Traders bei Klassikern bedienen, zum Beispiel auf „Watching You“ bei „My Sharona“. Trotzdem ist es zumindest zweifelhaft, ob die Australier ihren großen Erfolg auch in Europa wiederholen können. Musikalisch gehören sie nicht zu den großen Bands, sie punkten stattdessen mit Originalität. „Here Come the Drums“ ist ein frisches, schnelles, sonniges und offenes Album, dessen Mix aus Dance und Rock aber bestimmt nicht jedermanns Sache ist. Wertung 7/10.