Rihanna hat mit ihrer neuen Single “Umbrella” die Spitze der deutschen Charts erreicht. Vielleicht dank Jay-Z. Dennoch war das nicht unbedingt zu erwarten, auch wenn die Karibik-Schönheit schon mit ihren beiden letzten Alben jede Menge Preise abräumte. Beste Voraussetzungen jedenfalls für ihr drittes Werk „Good Girl Gone Bad“. Dieses nimmt den Schwung der Single mit, die als Opener platziert wurde, und überrascht mit druckvollen und schnellen Produktionen. Ob R’n’B („Push Up On Me“), Pop-Dance („Don’t Stop The Music“), HipHop (“Breakin’ Dishes”) oder Rock (“Shut Up And Drive”): Ein Wahnsinns-Start! So stürmisch kannte man die Sängerin aus Barbados nicht, die bislang meistens mit eher zarten Songs auffiel. Doch die Energie hält nicht ewig und Mitte des Albums fällt Rihanna ins Balladen-Lager ab. Da kann auch ein Ne-Yo auf „Hate That I Love You“ nicht helfen, die Stärken von Rihanna liegen woanders. Und so müssen wir uns erstmal mit ein paar durchschnittlich seichten Songs abfinden, denen das gewisse Extra fehlt. Erst Justin Timberlake kann mit seiner Produktion „Rehab“ etwas charakterlich passendes für Rihanna abliefern. Auch das Ende wird mit dem Titeltrack „Good Girl Gone Bad“ noch ganz versöhnlich, ohne hundertprozentig an den Beginn anschließen zu können. Ein Album das zeigt, was Rihanna kann, aber auch, was sie nicht kann. Unterm Strich überwiegt das Positive deutlich. Wertung 8/10.