München kommt: Roger Rekless ist längst kein Unbekannter mehr, sondern taucht seit 1998 auf zahlreichen Gästelisten auf. Nach Features mit zum Beispiel Mr. Schnabel, Denyo, Dj Stylewarz, Blumentopf und dem diesjährigen Album „Abenteuer hoch drei“ seiner Crew Vierzueins erscheint jetzt das erste Soloalbum des 25-jährigen Müncheners. „Von Zuhause Aus“ heißt das 16-Tracks starke Werk, das auf dem Label 58Beats erscheint, das von Main Concept gegründet wurde. Entstanden ist ein im Sound roughes Album, das aber vor allem durch seinen lockeren Rapstyle auffällt, der auf den stets charmanten Texten von Rekless basiert. Auch wenn die Beats kräftig pumpen, wird hier kein harter Shit gekickt, sondern eine Prise Oldschool und viel Reimgefühl. Kommen die meisten Nummern spaßig daher, gibt es aber auch einige ernste Passagen, wie „Du gehst heim“, das von einem Freund berichtet, dessen Lebensweg in den Knast führte. Ein bisschen Battle gibt es dann auch noch, nämlich zusammen mit Pretty Mo auf „Zieh“. Etwas überraschend ist der druckvoll bouncende Club-Banger „Ich freu mich für dich“, während das Album danach wieder zu smootheren Tönen wechselt mit dem introspektiven „Ok“ oder „Sie rennt weg“ (featuring Solion of Firedance-Crew). Insgesamt hält „Von Zuhause Aus“ aber die Waage zwischen Tracks die abgehen, und welchen, die eher die ruhigere Schiene fahren. Abwechslung ist so garantiert, auch wenn manchmal der rote Faden fehlt. Verpassen solltet ihr auch das erste Lied „Aber nein“, wegen seinem coolen Hook, und das letzte „Ätzoanthem“, wegen seiner dreckigen Party-Attitüde nicht. Es ist also genug dran, an diesem Album. Interessant ist das Booklet, das die Texte nicht abdruckt, sondern sie stattdessen erklärt. Wertung 7/10.