Die momentane Hip-Hop-Kultur teilt sich im groben in genau zwei Lager auf: Die MCs der ersten Gruppe versuchen, mit möglichst aggressiven und provozierenden Texten Hörer zu finden, die anderen wollen mit stil- und gehaltreicher Musik genau das Gegenteil beim Zuhörer erreichen. Purkwa zählt definitiv zu den Rappern, der zweiten Kategorie. Auf seinem Debutalbmum „Piratensender“ zeigt er, was man neben Bling-Bling, Bitches und Gangstern seinen Zuhörern bieten kann. Gekonnt zeigt Purkwa die Bandbreite seines Raps, ohne dabei in Klischees abzufallen. Als Hörer erwischt man sich selbst oft gebannt beim Kopfnicken, denn die Beats und Melodien sind durchweg stimmig komponiert. Der Bayreuther MC erzählt aus seinem Leben („Kein Wort“), von seinen Freunden („Du hast doch selbst gesagt“) und macht sich Luft über die seiner Meinung nach schlechten Zustände im Business („Austauschbar“). Das gesamte Album ist bemerkenswert „rund“ und leistet sich keine wirklich großen Schwächen, einige Songs gefallen allerdings nicht jedem. Toll ist, dass das komplette Album in Eigenregie mit dem Mannheimer Produzenten Crada entstanden ist. Wertung 8/10.