Polarkreis 18 - Polarkreis 18
Motor / Edel VÖ: 16.02.2007
Was sind Polarkreis 18 eigentlich? Ihr selbstbetiteltes Debütalbum lässt da einige Fragen offen, lässt sich die junge Band aus Dresden doch nur schwerlich einem Genre zuordnen. Gitarren haben, und Keyboards haben sie. Sänger Felix Räuber und Gitarrist Philipp Makolis spielen auch mal Klavier. Der erste Song „Dreamdancer“ begrüßt uns mit opulenten Streichern und laszivem Gesang. Das hat etwas Wave, ist aber keiner. Weiter geht’s mit ebenso dominanten Melodien, aber auch mit mehr Schlagzeug. Songstrukturen treten in der Vordergrund – kleine feine Indie-Stücke. Spätestens bei „Crystal Lake“ werden die elektronischen Anteile zurückgefahren, die Gitarren deutlicher, und Polarkreis 18 zeigen sich von einer anderen Seite. Trotzdem sind die zehn Songs stets ein Hin und Her zwischen Alternative und Electronic, ohne dass eine der beiden Seiten sich zu sehr in den Vordergrund drängt. Das mag auch daran liegen, dass Felix mit seinem sehr speziellen, oft nur zart-angehauchten Gesang, allen Songs ein besonderes Charakteristikum verpasst. Bei „Stellaris“ dann werden Polarkreis 18 wieder zu Konstrukteuren und Arrangeuren, lassen Platz für sphärische Sounds und antreibende Geigen. Auch „Look“ überrascht, denn ein schneller Dancebeat wirkt als Motor. Zum Schluss gibt es noch zwei weitere Highlights: „Ursa Major“ rockt wild-punkig, und „Under This Big Moon“ ist der erwartungsgemäß ruhig-romantische Ausklang. Ein beachtliches Debüt! Wertung 8/10.