Pechsaftha - Dick in Frisco
Brokensilence / Tumbleweed Records
VÖ 20.7.2007
Schon das Cover verrät uns, daß bei dieser Platte sehr wenig normal sein dürfte. Ein dünnes Papier mit Cartoon nebst dem stimmigen Satz „Ich entführte meine Mutter, um beim Abiball wenigstens ein bißchen Eindruck zu schinden“ ummantelt einen dünnen Pappkarton mit kompliziertem Verschluß und schönem Fotoabzug 9 mal13 cm, auf dem schätzungsweise die Bandmitglieder sitzen, mit durch Fotomontage aufgesetzen Pappköpfen. Die CD- Hülle als solche ist dann nur in weiß mit schwarzer Beschriftung ein angenehm unauffälliger Kontrast. „Klar soweit?“ würde Captain Jack Sparrow fragen, dann weiter zum Inhalt: Man kann nicht sagen, daß der hier Schreibende kein Gefühl für neuartige Musikfacetten hat, musikalisch gewöhnt man sich an viel Verspultes; thematisch- auch humoristisch- ebenfalls, hier schreibt ein absoluter „Max Goldt“- Freund, also kein Engstirniger. Aber was ist das bitteschön? Überträgt man die Anarchie der Punkbewegung auf die Musik, dürfte hier wirklich Punk vorliegen: Keine musikalischen als auch textlichen Konventionen werden hier zugelassen, irgendwie Post-Punk,- Post-Electro-Noise mit skurilen Texten, HipHop hat wenigstens Rhythmus in der Stimme, zumeist, das wird hier auch manchmal probiert. Trotzdem hat man leider den Eindruck, die ganze Platte passiert wegen der Attitüde selbst, dem oft Geäußerten „Ich will nicht in eine Schublade gesteckt werden“ und nicht der Musik zuliebe. Eine Platte als warnendes Beispiel davor, in welche Richtung die vielbeschworene musikalische Evolution nicht zu gehen hat, Titel wie „Hirnschlag Baby“, „Schiefe Zähne, Sexsymbol“ oder „Freiwillige Feuerwehr“ sprechen Bände, wahrscheinlich. Aber nach fünf bis sieben Bieren könnte sogar das an Amusement gewinnen, der Selbstversuch dahingehend war aufschlußreich. Nichts desto trotz... Wertung 4/10.