Ozzy Osbourne - Black Rain
Epic / Sony BMG VÖ: 18.05.2007
Etwas rauer und ursprünglicher als die vorangegangenen Alben klingt „Black Rain“, die erste Studio-CD seit sechs Jahren mit neuem Material von Ozzy Osbourne, zumindest wird sie mit diesem Attribut verkauft. Andererseits unterscheidet sie sich vom Sound her kaum von seinem 80er Jahre Material, so dass man angesichts der noch immer fast frischen Stimme des mittlerweile nahezu 60-jährigen Pioniers des Metals daran zweifeln muss, ob hier nicht vergrabene alte Tapes neu aufbereitet wurden. Natürlich kann es auch sein, dass das soundtechnische Rütteln an den eigenen Wurzeln kalkuliert ist und „Black Rain“ als Anspielung auf seine Zeit bei „Black Sabbath“ zu verstehen ist. Mit den ersten beiden Songs „Not going away“ und „I don’t wanna stop“ jedenfalls werden keine neuen Pfade beschritten, sondern vielmehr mit obligatorischen, in die Länge gezogenen Gitarrensoli, den Erwartungen der Fans erster Stunde entsprochen. Der Titeltrack schlägt zumindest, unter anderem durch den Einsatz einer den sich langsam aufbauenden Song immer wieder unterbrechenden Harp, etwas andere Töne an. Das düstere und dennoch balladeske „Lay your world on me“ bedient sanftere Gemüter und wird letztlich nur noch durch die bereits am Titel erkennbare Schnulze „Here for you“, die sich als ein Verschnitt aus ehemaligen Hits wie „Mama, I’m coming home“ und „Dreamer“ erweist, übertroffen. Ein strukturell ausgefeilterer Song liegt mit dem siebenminütigen „The almighty dollar“ vor. Sehr treibend und einpeitschend wirkt „11 silver“, während „Civilize the universe“, „Countdown’s begun“ und „Trap door“ als klassische Lückenfüller anzusehen sind. Nach sechs Jahren Abstinenz hätte man sich mehr als nur die zu LP-Zeiten üblichen zehn Songs gewünscht. Dem Klischee des Prince of Darkness wird Osbourne zumindest in dem eindrucksvollen, apokalyptische Nuklearkriegsphantasien erzeugenden Cover gerecht. Wertung 6/10.