Nach seinem Debütalbum „Mittendrin“ kommt Nosliw endlich mit „Mehr davon“ und belegt in Rekordtempo Platz Eins meiner derzeitigen Lieblingsalben. Über den Streifenlook kann man streiten, über seine Musik jedoch nicht, denn die lässt schon nach dem ersten Lied keine Zweifel mehr an ihrer Hitverdächtigkeit. Also ein Vorab-Resumé: Wenig Schwächen, dafür umso mehr Knaller! Auf dem Album sind Lieder mit kritischen Texten, Partykracher, sowie romantische Songs, die vor allem die Frauenwelt zum Schmelzen veranlassen werden. Unter den insgesamt 13 Songs geballter Power sind auch ein paar sehr gute Lieder, die mit deftigen Texten zum Beispiel gegen den extremer gewordenen Konsumwahn angehen. „ Loser“ beschreibt ohne Beschönigungen die Jugendlichen, ihre Realität und ihre nicht vorhanden Perspektiven - verlassen von einem Staat, der sie längst aufgeben hat. Aber es geht auch smoother. Die besten Vertreter sanfter Töne sind „Mehr davon“ und „Bitte schick mir Hilfe“ und gehören unter anderem zu den besten Tracks auf dieser Scheibe. Die beschwingte Musik spiegelt die Lyriks wider und andersherum. Kurz gesagt sind sie im perfekten Einklang und zaubern ein Lächeln auf jedes Gesicht. Hochkaräter und Hitgarant Gentleman ist bei dem Song „Liebe“ mit am Werk und verleiht dem Album einen besonderen Schliff. Nur die Titel 7 und 8 lahmen etwas, obwohl „Nicht mehr da“ inhaltlich sehr berührt und die Trauer nachvollziehbar vermittelt wird. Der Gesang ähnelt allerdings etwas zu sehr dem Schul-Pop-Sänger von Echt. Die beiden letzten Lieder sind sehr bedrückend, bewegen und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Die Texte gehen in Mark und Bein. Wenn die etwas düstere und pessimistische Stimmung nicht bleiben soll, schnell wieder auf „Play“ drücken, denn „jeder liebt es jeder braucht es, denn nur damit geht’s uns richtig gut. Wir wollen´ s immer wieder hörn. Spiel´ s noch einmal, spiel´ s noch zweimal..“ . Nosliw, wir wollen mehr davon! Wertung 9/10.