Noch macht Usher eine kreative Pause abseits der Musik: Die Chance für Ne-Yo die Vorherrschaft im R’n’B zu übernehmen. „Because Of You“ ist das zweite Album des ebenfalls-auch-Schauspielers Ne-Yo und mit gleichnamiger Single konnte er immerhin schon die Spitze der US-amerikanischen Charts erklimmen. Die zwölf Songs sind erstaunlich leicht produziert, gefühlvoll schmiegt sich Ne-Yo‘s Stimme in die vor sich hintreibenden Beats. Schnell wird dabei jedoch klar, dass Ne-Yo kein Entertainer oder Performer mit der Klasse eines Usher ist. Als Songwriter mag er erfolgreich für Whitney Houston, Celine Dion oder Britney Spears geschrieben haben (und angeblich auch für das neue Michael Jackson Album), für sich selbst hätte er jedoch etwas Hilfe gebrauchen können. Zwar haben die zwölf Stücke durchaus Klasse, aber ihnen fehlt auch der richtige Pepp und die Abwechslung. „Because Of You“ ist ein Album für romantische Stunden, aber keines für die Tanzflächen. Keines das unterhält. Daran ändert auch ein Jay-Z nichts, der auf „Crazy“ mitwirkt. Wer sich mit ruhigen Tönen eines R’n’B-Charmeurs zufriedengibt, wird sich an dem Einklang vieler Stücke und dem Ausbleiben von Uptempo-Nummern (lediglich „Ain’t Thinking About You“ zieht etwas an) nicht stören. Doch alle anderen werden lieber aufs nächste Usher Album warten. Und auch der Rest der Konkurrenz schläft nicht. Wertung 7/10.