Weg frei für junge Bands. Mit Nevada Tan tritt ein weiteres Gespann, neue Zielgruppen für die Musikindustrie zu erobern. Was dabei nur wundert: Die Hamburger dürfen es mit „altbackenem“ Crossover versuchen, einem Stil der eigentlich schon seit Jahren abgeschrieben ist. Was also unterscheidet Nevada Tan von beispielsweise Such a Surge, den deutschen Crossover-Pionieren? Zum einen, dass Such a Surge Zeit hatten als Band zu reifen und es ohne Marketingmaschine nach oben geschafft haben. Es war eine Bewegung von unten. Nevada Tan dürften es dagegen schwer haben sich aufgrund ihrer Marketingpolitik abseits des Bravo-Publikums zu positionieren. Wer dem Sextett allerdings vorwirft, nur aufgesetzt zu sein, tut der jungen Band unrecht. Nevada Tan wurden zwar erst dieses Jahr rechtzeitig zum ersten Album „Niemand Hört Dich“ gegründet, die Jungs spielten aber unter anderem Namen schon viele Jahre zusammen. Musikalisch ist das Debüt belanglos, aber auch nicht schlecht. Das Problem liegt vor allem darin, dass die glatte Produktion, die wohl von oben diktiert wurde, die zwölf Songs zu weichgespült hat, und die opulenten Streicher die harten Gitarren zu sehr verdrängen. So klingen die meisten Lieder sich zu ähnlich und haben zu wenig Biss. Man sollte Nevada Tan die Chance geben zu wachsen. Vielleicht kommt dann der Mut zu mehr Eigenständigkeit. Wertung 5/10.