Die Wege der Musiker- und Schauspielerkarrieren kreuzen sich sehr oft, und bei manchem Rapper ist es unklar, welcher Seite er dabei angehört. Nicht so aber bei Mos Def, denn obwohl der einstige Partner von Talib Kweli bei Black Star in den letzten Jahren mehr Filme als Platten gemacht hat, bleibt er doch tief mit der HipHop-Kultur verwurzelt. So entstehen dann bei seinem dritten Solo-Album „True Magic“ (teilweise "Tru3 Magic" genannt) erst gar keine Diskussionen darüber, ob er das Rappen beim Schauspielern verlernt haben könnte. Mos Def fährt auf „True Magic“ seinen eigenen Trip. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum „The New Danger“ sind die Beats zwar nicht mehr so rockig, was aber keinesfalls heißt, dass es diesmal straighter Rapshit ist. Mos Def verzichtet auf eingängige Hooks und lässt dagegen Platz für musikalische Spielereien aus Soul und Funk. So seltsam wie das Album stellenweise klingt, ist auch die Aufmachung. Die CD liegt in einer blanken Hülle ohne Cover oder Booklet. Mos Def wird schon wissen warum, für die Fans dürfte das aber kein zusätzlicher Anreiz sein sich das Album zu kaufen und nicht zu brennen. Der Klang von „True Magic“ überrascht, gerade auch weil teilweise Produzenten wie Pharell am Werk waren (neben unter anderem Epik, Rich Harrison, Minnesota, Preservation), von denen man anderes erwartet hätte. Nun gibt es aber nur wenige Momente, wo die Beats im Neptunes Style wie auf „Ha“ oder „Dollar Day“ mal straight pumpen. Unterm Strich wirken die 14 Tracks sehr experimentell und teilweise wie live gejammt. Man kann sich sicher sein: So klingt kein zweites Rapalbum. So ist es auch nicht einfach die Magie die Mos Def hier entfaltet nach einem Hördurchgang zu erfassen – das Album ist viel zu komplex, verschachtelt und verzweigt. Mos Def ist der Magier des Flows, das macht sein drittes Werk deutlich. Der Mainstream bleibt dabei auf der Strecke. Wertung 9/10.