Eigentlich war ja schon nach dem unglaublich eindrucksvollen Debüt „A Certain Trigger“ klar, dass Maximo Park alles andere als eine Eintagsfliege sind und auch das so schwierige zweite Album mit Bravour meistern würden. Was konnte nach einem solchen Album wie „A Certain Trigger“ überhaupt noch schief gehen? Da hätte die Band wirklich eine ganze Menge versauen müssen, was wahrscheinlich so gewesen wäre wie wenn ein Fußballprofi den Ball zwei Meter vor dem leeren Tor daneben schießen würde. Trotzdem ist man nach dem ersten Hören doch überrascht, wenn nicht sogar etwas enttäuscht – „Our Earthly Pleasures“ ist im Vergleich zum Vorgänger ungemein poppig geraten, die Ecken und Kanten des Debüts wurden geglättet und der Punkeinschlag ebenfalls auf ein Minimum reduziert, lediglich in der ersten Singleauskopplung „Our Velocity“ blitzt dieser noch einmal kurz auf. Hört man das Album aber öfters, relativiert sich dieser Eindruck und schnell wird deutlich, dass Maximo Park mit „Our Earthly Pleasures“ einmal mehr ein wirklich tolles Album gelungen ist. Ein Album, das seine Stärken gerade aus diesem Popappeal zieht und mit seinen zwölf komplexen, synthesizer- und keyboardlastigen Popperlen, seinen überaus einprägsamen Melodien und dem intellektuellen Charme der Texte („When it comes to girls I´m truly theoretical/If I test a nerve it´s merely dialectical“) zu begeistern weiß. Songs wie z.B. „The Unshockable“, „Nosebleed“ und „A Fortnight´s Time“ demonstrieren dies mehr als eindrucksvoll. Schön, dass die Jungs zurück sind, denn mit „Our Earthly Pleasures“ untermauern Maximo Park ihre Position als eine der besten und innovativsten Popbands Englands. Wertung 8/10.