Ein weiteres Album der neuen Riege des deutschen Jazz. Der in England geboren, aber in Deutschland aufgewachsene Saxophonist Mark Wyand hat sich durch seine Mitarbeit an zahlreichen Produktionen bereits einen Namen gemacht. Mit „Eye to Eye“ erscheint jetzt sein erstes eigenes Album auf großer Bühne, das von keinem Geringeren als Till Brönner produziert wurde, der hier auch auf einigen Nummern Trompete spielt. Bis auf eine Ausnahme enthält das Werk, an dem auch Frank Woeste (Klavier), Pepe Berns (Bass) und Sebastian Merk (Schlagzeug) mitwirken, nur Eigenkompositionen von Mark Wyand, der beim Bundesjugendjazzorchester spielte und sein Studium an der Hochschule für Musik in Berlin mit Auszeichnung abschloss. Wilde Jazzorgien gibt es auf dem Album nicht, Wyand ist ein Freund des kultivierten Ambient-Jazz. So hat auch seine Interpretation von „Love Me Tender“ wenig mit dem Original von Elvis gemeinsam. „Eye to Eye“ spricht mit seinen Kompositionen nicht unbedingt den Gelegenheitsjazzer an, auch wenn diese bei Mark Wyand ähnlich wie auch bei Till Brönner gut als Lounge-Beschallung dienen könnten. Echte Freude werden aber wohl nur echte Jazzpuristen an diesem Album finden, dessen Stärken in dem hochklassigen Spiel von Wyand und seiner Band liegen. Wertung 8/10.