Marilyn Manson - Eat Me, Drink Me
Universal VÖ: 01.06.2007
Was hat sich der Meister für sein sechstes Album einfallen lassen? Reichlich wenig muss man nach 56 Minuten feststellen. Marilyn Manson selbst bemerkte, dass das Werk „ganz offensichtlich geschrieben sei, um jemanden zu verführen“. Das will er scheinbar mit Gefühl machen, denn die elf Songs verzichten auf wilde Ausbrüche und schnelle Gitarrenattacken. Schon für den Opener „If I Was Your Vampire” läßt sich Manson fast sechs Minuten Zeit und bestreitet im selben epischen Stil auch die weiteren Stücke. Am aufälligsten ist da noch die Single „Heart-Shaped Glasses (When the Heart Guides the Hand)”, die sich typisch progressiv zeigt. Der Rest bleibt meist düster geheimnisvoll, ohne markante Punkte zu setzen. Musikalisch sind die Songs sehr bodenständig, fast schon klassisch ausgefallen. So dürfen auf „They Said That Hell’s Not Hot” sowie auf „Evidence“ ausgedehnte Gitarrenriffs ran. Für Verwunderung sorgt der Remix der Single am Ende der Scheibe, der mit seinem Industrial-Techno Gewitter nicht so recht in das Konzept des ganzen Albums passen will. „Eat Me, Drink Me” kann wohl nicht als der bislang größte Wurf von Marilyn Manson und seinen Mitstreitern gewertet werden. Es ist kein großes Rockalbum, sondern ein leicht verworrenes Werk zwischen dunkler Anmut und bedingsloser Hingabe. Ein Album für besondere Situationen, aber keines das denm Entertainer Manson eine echte Bühne bietet. Wertung 7/10.