Das sind sie wieder, der Inbegriff des Britrocks. Was die Frage aufwirft, ob die Manic Street Preachers drei Jahre nach dem musikalisch und kommerziell eher mäßig erfolgreichen „Lifeblood“ wieder an alten Glanzzeiten anknüpfen können. Die Stimme von Sänger James Dean Bradfield hat nichts von seiner Ausdruckskraft verloren, und auch sonst schafft es die Band aus Wales noch Songs voller Charisma zu schreiben. Doch schreibt sich noch die ganz großen Songs? „Send Away The Tigers" hat einige Perlen zu bieten: „Autumnsong“ „Indian Summer“ oder „The Second Great Depression“ sind Stücke voller Manics’ Kultur und Klasse. Doch anderes bleibt blass. Die Single “Love Alone Is Not Enough" ist eine Enttäuschung, weil profillos, obwohl Cardigans-Sängerin Nina Persson mitwirkt. Unterm Strich kommt bei den zehn Songs zu wenig Großartiges hervor, um ein Album zu schaffen, das den Britrock prägt. Im Vergleich zu den 90er Alben der Manic Street Preachers ist „Send Away The Tigers“ eine Enttäuschung, im Vergleich zu „Lifeblood“ ein Fortschritt. So oder so: Auf der Konzerte der Band darf man sich freuen. Wertung 6/10.