Mit “Big” steht bereits das vierte Album von Macy Gray in den Startlöchern. Von Anfang an war sie eine Ausnahmeerscheinung im Musikgeschäft. Einerseits ließ sie sich nie zu sehr auf einen Stil, ganz gleich ob HipHop, R’n’B oder Pop, festlegen, andererseits fiel sie mit ihrer bemerkenswerten Stimme auf. Die Stimme sollte sowieso das Markenzeichen einer Sängerinnen sein, bei Macy Gray ist sie das ganz besonders. Schlug die in Los Angeles lebende Künstlerin mit ihrem letzten Album „The Trouble With Being Myself“ den Weg zu persönlichen Songs ein, so kann das neue Werk als ein Querschnitt aus dem bezeichnet werden, was alle ihre bisherigen Alben auszeichnete. Es sind vor allem Songs die aus dem Leben gegriffen sind, Songs die den Alltag begleiten. Allen voran „Finally Made Me Happy“ featuring Natalie Cole und „Ghetto Love“. Macy ist ein guter Mix aus bewegten und bewegenden Stücken, sowie relaxten Stücken zum Zurücklehnen gelungen. Funk, Soul, HipHop und R’n’B wechseln sich ab. Romantische Momente wie „Glad You’re Here“ mit Fergie fehlen ebenso wenig wie Exotisches: „One For Me“ ist ein ungewöhnlicher Mix aus klassischem Swing und karibischen Klängen. Auf die Retro-Schiene setzt auch „Strange Behavior“. Musikalisch glänzend umgesetzt wurde das Album übrigens von will.i.am (Black Eyed Peas), der neben Macy selbst und Ron Fair der maßgebliche Produzent war. „Big“ ist ein wahrlich großes Album geworden. Was Macy hier alles zu einem geschlossenen Werk hat reifen lassen, ist schon fast unglaublich. Wertung 9/10.