In Zeiten, wo der Begriff Soundsystem vor allem durch die massive Dancehall-Bewegung populär geworden ist, kann es leicht passieren, dass James Murphys Projekt falsch eingeordnet wird. Dabei hat der Mitgründer von DFA Records mit Dancehall recht wenig zu tun, viel mehr bringt er mit dem LCD Soundsystem Dance-Punk auf die Bühne, und wurde dafür auch schon zwei mal für den Grammy nominiert. Nun liegt das zweite Album von Murphy und seinem Team (er agiert live mit richtiger Band) vor. Eingespielt hat er dieses allerdings fast alleine auf einem Bauernhof in Upstate New York – seine Band schaute nur ab und zu vorbei. Los geht es mit verspielten, opulenten Beats und straighten Drum-Lines auf dem sieben Minuten Smasher „Get Innocuous!“. Dazu feuern einige weibliche Vocals an. Überraschend klingt das aber nicht wirklich: Klassischer New York Electro eben. Was die Sache nicht schlechter macht. Von den anderen acht Songs ragen alle heraus, wobei Murphy beweist, dass er nicht nur ein guter Producer, sondern auch Entertainer ist, wie auf dem funky „Time To Get Away“. Eher ziemlich rockig und im Indie-Style zeigt sich die Single „North American Scum“, und auch sonst stellt das Album nicht immer den Dance-Appeal in den Vordergrund. Das sorgt für eine gute, ausgewogene Mischung, könnte aber den einen oder anderen enttäuschen, der knalligere Beats erwartet hat. So gibt es dann auch zum Ausklang mit „New York, i love you but you’re bringing me down“ eine richtige Gitarrennummer. Muss man sich dran gewöhnen, und kann man lieben. Wertung 9/10.