Es wird Zeit für frischen HipHop, der diesmal ausnahmsweise nicht aus den USA kommt, sondern aus England. Und doch sind die Amis mal wieder als Erstes auf den Riecher gekommen: Jay-Z hörte Lady Sovereign und signte sie auf seinem Label Def Jam. Die nur 1,55 Meter große Britin stieg auch kurz darauf in UK und den Staaten in die Charts ein. Nun erscheint ihr Debütalbum „Public Warning“ mit einiger Verspätung auch bei uns. Ihrem schönen bürgerlichen Namen Louise Amanda Harman wird die Lady aus dem Herzen Londons nicht gerecht: Sie gehört zur neuen HipHop-Generation der Insel – schnell, laut, dreckig. Trotzdem ist Lady Sovereign keineswegs weibliches Pendant zu Dizzee Rascal, auch wenn Ähnlichkeiten unüberhörbar sind. Sie feuert genauso schnell, hat die gleiche Schlagkraft und ähnlich umhauende Punches. Das Album ist gespickt mit Hits, gleich sechs Songs der 20-jährigen Rapperin landeten in ihrer Heimat in den Charts. Und damit ihre „Public Warning“ auch direkt zündet, startet die Scheibe mit dem größten Hit „9 to 5“. Doch auch die anderen Tracks stehen dem in nichts nach, Lady Sovereign überzeugt stets mit ihrem Charme, ihrer Rapjonglage und ihrem spürbaren Willen zu brennen. Zum Schluss dann noch erster Fame aus den USA: Ein „Love Me Or Hate Me“ Remix mit Missy Elliot. Auch ohne diesen ist das Album ein Knaller. Wertung 9/10.