Es gibt genügen Bands aus England, die auf einem Hype fahren. Kosheen sind mal eine, die anders klingt. Kein Britrock, kein Indie-Geschrammel, sondern kühler Synthie-Goth-Pop. Das Trio um Sängerin Sian Evans kommt aus Bristol und sorgt weder optisch noch musikalisch für Verwechslungsgefahren. Die Einordnung fällt schwierig: Wave, Electro oder doch eher Gitarrenmusik? Die 14 Songs von „Damage“ sind geprägt und von einer dichten, dunklen Atmosphäre, kalter Eleganz und auch immer wieder tanzbaren Beats. Deshalb wird Melancholie hier auch im Ansatz erstickt. Die meisten Tracks blicken kraftvoll nach vorne und schwelgen nicht in Verzweiflung, was bei der „Goth“-Prägung des Albums naheliegend wäre. Was Kosheen geschafft haben, ist ein Album aus einem Guss. Dicht, überzeugend und bezaubernd. Trotzdem: Der richtige Rockfaktor mag manchem fehlen. Kosheen klingen verhalten, sind irgendwie auf Abstand, unnahbar. Vielleicht ist „Damage“ zu sehr stilisiert und zu wenig lebendig. Was auch eine Frage des Geschmacks ist. Wertung 7/10.