K-Os ist als Querdenker des HipHops groß geworden und fährt damit nicht schlecht. Sein zweites Album „Joyful Rebellion“ erreichte in seiner kanadischen Heimat den Platin-Status und auch der Nachfolger „Atlantis - Hymns for Disco“, der in Kanada bereits im Oktober 2006 veröffentlicht wurde, ist auf Erfolgskurs. Dabei ist der musikalische Mix von K-Os, der übrigens studierter Theologe ist, gar nicht massentauglich angelegt: Funk, Soul, Rock und HipHop sind hier recht eigenwillig vermischt. Passend meint Kevin Brereton, wie K-Os mit bürgerlichem Namen heißt: „Ich versuche, mich immer weniger um irgendwelche Regeln zu scheren“. So erinnert sein neues Album auch irgendwie an Mos Def’s „True Magic“, das auch weit entfernt von straightem Rap liegt. K-Os experimentiert, probiert und spielt – die 13 Stücke sind ein wilder Potpourri aus lebensfrohen Fantastereien. Der MC und Musiker aus Toronto lässt sich dabei alle Freiräume, entführt in Welten mit sanften Violinen „The Rain“, überdrehter Zirkusakrobatik „FlyPaper“ oder weitläufiger Percussion-Trips „Valhalla“. Zu den bemerkenswerten Songs gehört auch die Gitarrenballade „Highway“. Daneben lässt das Album „Atlantis - Hymns for Disco“ aber auch genug Platz für echte Beats und Raps. Mit der Bezeichnung „Atlantis“ hat K-Os sicherlich ins Schwarze getroffen, bleibt nur die Frage ob seine Hymnen tatsächlich in der Disco gespielt werden. Es würde Spaß machen. So bleibt erstmal ein abgedrehtes, unterhaltsames und stellenweise seltsames Album, für zuhause und die Freunde. Wertung 9/10.