Deutschland hat mal wieder einen neuen Rock-Hybriden: Irgendwo zwischen dunkel und modern, Hauptsache eingängige deutsche Texte. Die 1997 gegründeten Kain aus Berlin, die aber erst jetzt ihr erstes Album vorstellen, setzen auf schlagkräftigen Rock und viel Melodie. Über den direkten Texten weht stets ein Hauch Gothic, was vielleicht auch daran liegt, dass das Album von Oliver Pinelli (u.a. Wolfsheim) produziert wurde. Trotzdem haben Kain mit den einschlägigen Szenebands wie Oomph wenig zu tun, den auf „Leben im Schrank“ steht der Pop-Appeal eindeutig im Vordergrund. Vor allem die Refrains sitzen schon im ersten Durchgang und hämmern sich in den Gehörgang - da fällt das Mitsingen leicht. Gut, dass Kain mit Lino einen wirklich ausdrucksstarken und kraftvollen Sänger am Mikrofon haben. Im Verlauf der 13 Songs verliert das Album etwas von seinem Tempo und Kain setzen vor allem im letzten Drittel verstärkt auf gefühlsträchtige Passagen als auf bombastische Rockriffs. Kain schaffen es mit ihrem Debüt ein deutliches Zeichen zu setzen, auch wenn dem nur ein solides Rockalbum und etwas zu viel nichtssagender Pathos zugrunde liegen. Entweder man mag’s, oder man mag’s eben nicht. Wertung 7/10.