Der Mann war ein Phänomen. Johnny Cash war der personifizierte „walking contradiction“, zu deutsch frei übersetzt etwa der „wandelnde Widerspruch“ (Kris Kristofferson). Einfache Bilder werden der Person des begnadeten Sängers nicht gerecht. Im September 2003 starb die Legende – und posthum ist das Interesse an ihr nur noch größer geworden. Der aktuelle Film “Johnny Cash: The Unauthorized Biography” zeichnet einige Stationen seines Lebens nach. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Beginn seines Lebens, also den Jahren zwischen seiner Geburt 1932 und den 60er Jahren. Ausführlich und detailliert arbeitet diese Dokumentation Cashs Kindheit Arkansas auf. Viele wichtige Ereignisse wie zum Beispiel der tragische Tod seines geliebten Bruders Jack im Jahr 1944 kann der Zuschauer so gut nachvollziehen. Später kommt Cash als Funker der Armee nach Deutschland, kehrt nach einiger Zeit in seine Heimat zurück - und wird schließlich berühmt. Die Karriere nimmt ihren Lauf… Die einzelnen Phasen verdeutlicht dieser Film schön. Insbesondere die Interviews mit Johnnys jüngstem Bruder Tommy, dem Bassisten Marshall Grant und Drummer W.S. Holland vermitteln dabei sehr gut einen Blick hinter die Fassade des extrem erfolgreichen Musikers. Schließlich war Cashs Leben auch von vielen dunklen Aspekten gekennzeichnet: Alkohol und Drogen machten ihm immer wieder große Schwierigkeiten. In “Johnny Cash: The Unauthorized Biography“ kommen die verschieden Facetten des großen Sängers letztlich toll zum Vorschein. Die Geschichte des Meisters geht weit über die 50 Millionen verkauften Alben oder die elf gewonnen Grammys hinaus. Und das verdeutlicht diese Biographie wirklich sehenswert! Wertung 8/10.