Interpol – Our Love To Admire
Parlophone VÖ 06.07.2007
Drei lange Jahre haben Interpol ihre Fans auf den heißersehnten Nachfolger von “Antics” warten lassen. Jetzt ist er mit „Our Love To Admire“ da – und damit könnte nicht nur Interpols eigene Liebe zur Bewunderung und Verehrung gemeint sein. Denn mit „Our Love To Admire“ ist der New Yorker Band ihr bislang bestes Album gelungen, ein epochales Meisterwerk und darüber hinaus wahrscheinlich eines der besten Alben 2007. Zwischen dem sakral anmutenden Opener „Pioneer To The Falls“ und dem schließenden und unglaublich traurig-faszinierenden „Lighthouse“ erschließt sich dem Hörer eine verführerische Welt zwischen Melancholie und Lebenslust, unglaublich schönen, warmen Gitarrenmelodien, fordernden Keyboards und treibendem Bassspiel, pathosbeladenem Pop und rockigen Klängen, umschlossen von Paul Banks kryptischen Texten. Interpol haben mit „Our Love To Admire“ ein Kunstwerk geschaffen, das man in seiner Gesamtheit und in seiner Komplexität schwer fassen kann. Aber gerade deshalb: Von den immer wiederkehrenden Joy Division Vergleichen, den 80er Jahren Postpunk Referenzen hat sich die Band mit ihrem dritten Album endgültig emanzipiert. Dabei schaffen Interpol es, noch atmosphärischer, noch düsterer, aber genauso lebensbejahender als auf „Turn On the Bright Lights“ zu klingen, die Songs sind in ihrer Gesamtheit experimenteller, die Keyboards viel tonangebender als auf den vorherigen Alben, der Gesang von Paul Banks variabler und besser und die Produktion satter. Was soll man da noch schreiben? Mit „Our Love To Admire“ ist Interpol das Album gelungen, auf das ihre Fans schon immer gewartet haben. Wertung 10/10.