HipHop aus der Niederlande erzeugt bei uns immer noch mehr Fragezeichen als Antworten, aber immerhin kommt jetzt nach Pete Philly und Perquisite eine zweite Gruppe mit einem Album nach Deutschland. Illicit ist ein fünfköpfiges Gespann aus Utrecht, das wie eine echte Band agiert, also auf echte Instrumente setzt. Auch deshalb darf man vom Debütalbum „Cheap Propaganda“ keine typischen HipHop-Tunes erwarten, Illicit haben ihren ganz eigenen Style und lassen es ordentlich krachen. So gibt es auf den 13 Tracks auch viel Musik: Jazz, Soul, Funk, Rock, Illicit beackern das ganze Feld. Nur wenige Stücke wie „16 Bars“ featuring Atactic & The Proov klingen nach klassischem Rapsport, was auch daran liegen mag, dass Illicit selbst mit Pax nur einen Rapper unter sich haben. „Cheap Propaganda“ ist ein verspieltes Album, das sich den Platz für musikalische Experimente gibt und nur selten den direkten Weg zum Ziel sucht. Wer da klassische HipHop-Beats erwartet hat, ist bei Illicit sicherlich nicht richtig. Alle anderen freuen sich über ein intelligentes Album mit HipHop, der groovt. Etwas mehr Schliff hätte die Scheibe aber vertragen können. Wertung 7/10.