Was Henchman vor rund drei Jahren passierte, das mag so Mancher als „amerikanischen“ Traum bezeichnen. Drei junge, ambitionierte Schweizer Musiker machen sich auf in die USA um dort einen Liveauftritt zu performen. Zurück aus den USA haben sie nicht nur 15 Konzerte von LA bis Seattle, sowie einen TV- Live Auftritt auf dem Buckel, sondern auch einen Plattenvertrag mit dem kalifornischen Indie- Label „National Recorder“ und der namenhaften Produzentin Sylvia Massy (System Of A Down, Tool) im Gepäck. 2006 bringen Henchman ihr erstes Album „Unmistaken“ heraus. Entstanden sind zwölf Songs, die vor allem durch kräftige Gitarren die aber doch sehr melodisch herüberkommen, hervortreten. Dazu gesellt sich die unheimlich dynamische Stimme von Sänger Roger Haemmerli. Der Beginn des Albums ist auch sehr explosiv und gut gelungen. Mit dem Opener „Unmistaken“ legen die Jungs gleich ein richtiges Brett hin, das Lust auf mehr macht. Leider geht den Jungs aber nach furiosem Anfang schnell die Puste aus. Nach vier oder fünf Songs hat man das Gefühl man drehe sich im Kreis und ist wieder dort, wo man bereits vor wenigen Minuten gewesen ist. Kurzum es klingt alles recht ähnlich, was leider einige Längen verursacht. In Punkto Songwriting können die Jungs überzeugen. Meist fernab vom politischen Makrokosmos beschäftigen sich die Songs mit den Problemen eines modernen Menschen in der heutigen Zeit.„Unmistaken“ ist ein zweischneidiges Schwert: auf der Seite ist das Album exzellent produziert und besticht durch intelligentes Songwriting, aber auf der anderen Seite sind dort viele Längen die durch zu wenig Abwechselung zwischen den Songs entsteht. Dennoch handelt es sich bei Henchman um eine sehr ambitionierte Band, die sich einen Namen machen kann. Man sollte die drei Jungs auf jeden Fall im Auge behalten. Wertung 7/10.