An Headcrash erinnere ich mich noch gut: Die habe ich Mitte der 90er – zum Höhepunkt der Crossover-Welle – auf einem Konzert erlebt und sie hatten wie sau gerockt. Danach habe ich allerdings nie wieder etwas von der Band aus Kaiserslautern gehört und war daher umso mehr überrascht, als jetzt das Album „[Cranium]“ auftauchte. Zehn Jahre nach dem Crossover-Boom leben Headcrash immer noch, und sie sind musikalisch ganz die Alten geblieben. Nun ist „[Cranium]“ aber kein echtes neues Album, sondern eine Werkschau der Songs der Jahre 2002 bis 2005. Headcrash waren in den letzten Jahren vielleicht nicht allzu sehr in der Öffentlichkeit aktiv, aber sie waren aktiv und haben weiterhin an ihrem Sound aus harten Gitarren, elektronischen Beats und aggressiven Shoutings gefeilt. Zehn Songs plus drei Live-Aufnahmen bietet das neue Werk, das bei allen Anhängern der Crossover-Bewegung alte Gefühle wiederbeleben dürfte. Sicherlich ist es nicht ganz einfach mit diesem Album umzugehen, das ein bisschen wie ein Relikt aus einer anderen Zeit wirkt, auch wenn es teilweise als New Metal abgestempelt werden könnte. Das wirft die Frage auf, ob dieses Album zu spät kommt. Andererseits verlieren die Songs auch aus ihrem zeitlichen Kontext herausgenommen nichts von ihrer Power. Trotzdem dürfte „[Cranium]“ letztendlich nur für alte Fans interessant sein – aber vielleicht erleben wir alle ja noch ein Crossover-Revival? Wertung 8/10.