Gibt es noch wirklich jemanden, der die dreiköpfige Band aus Arkansas noch nicht kennt? Mit ihrem Elektro-Punk-Trash und eine unglaublichen Bühnenpräsenz verzauberten Gossip schon 2006 das Indiepublikum. Nach dem Aus ihres deutschen Labels konzentrierten sie sich auf den englischen Musikmarkt. Dort entstand auch der Remix ihres Titel-Track „Standing In The Way Of Control” von den Belgiern Soulwax, welcher in den englischen Clubs für Furore sorgte. 2007 versuchen sie den deutschen Markt zu erobern und veröffentlichen ihr Album von 2006 in einer neuen Version. Leider gibt es keine neuen Songs, sondern nur den Soulwax Remix und eine neue Version von „Listen Up!” auf dem Album. Viel wurde bereits berichtet über Gossip. Sie seien eine feministische Band, obwohl ein Mann mit dabei ist. Sie seien auch politisch, weil Beth Ditto (Sängerin) sich für homosexuelle Rechte einsetze. Sie sollen eine Riot-Grrrl Band sein und somit zu einer feministischen Punkbewegung gehören. Selbstverständlich provozieren Gossip: mit ihrer Musik, mit ihren Live-Shows und weil sie mit Geschlechterrollen spielen. Drummerin Hannah Billie könnte auch als Mann durchgehen und Gittarist Brace Paine übertreibt es manchmal mit dem Kajal. Was aber vor allem auffällt ist der Sound. Beth Dittos Stimme strotzt vor Blues. Und exakt dieser Kontrast zu den rauer Musik der Drumms und Gitarre, ist das Interessante an Gossip. Vor allem in den ruhigeren Songs wie “Coal to Diamonds” erreicht Beth Dittos Gesang ihren Höhepunkt. Tanzbare Songs runden das Album insgesamt ab. Herausgekommen ist ein facettenreiches Werk, welches vielleicht auch ein wenig durch die Botschaft von Gossip lebt: „activms through music”. Wertung 9/10.