Auch in der österreichischen HipHop-Szene tut sich einiges. Zwei junge Rapper gehen ihren Weg, beide wurden auf dem „Victory 2“ Mixtape von DJ Kitsune gefeatured. Den einen, Chakuza, zog es danach nach Berlin zu Bushido, der andere, Gerard MC, aber blieb seinen österreichischen Wurzeln treu. In den deutschen Charts wird Gerard so nicht landen, aber die Fans werden es zu schätzen wissen, dass er ein ehrliches, offenes und bodenständiges Debüt abgeliefert wird. Auf 19 warmen Tracks, die unter anderem von Flip (Texta), Saiko, Brisk Fingaz oder Hawkeye produziert wurden, rappt Gerard über das Leben, und nicht über Show und Battle. Das heißt aber keineswegs, dass es „Rising Sun“ an Kraft fehlen würde, oder dass es lasch klingt – der Österreicher weiß wie er sich durchsetzt und die Beats können durchaus Dampf machen wie bei „Private Party“. Auf große Features verzichtet Gerard, lediglich Gimma, Nazz, Kayo, Julie und Faun steuern einige Zeilen bei. Insgesamt fehlen dem Album vielleicht nur die wirklich herausragenden Tracks. „Rising Sun“ ist ein schönes, homogenes Werk, das aber auch ein paar mehr Ecken und Kanten hätte vertragen können. Trotzdem ein beachtliches Debüt, das mit Sicherheit viele Liebhaber finden wird. Wertung 7/10.