Bereits das Booklet zu dieser CD scheint einen Indikator für die Qualität seiner Schaffer darzustellen: Anstelle von Texten – die gerade bei einem größtenteils spanischsprachigen Album sicher von Vorteil wären – „bietet“ das dünne Heftchen gerade mal drei überaus hässliche doppelseitige Bilder und die nötigsten Informationen. Wer trotzdem fantastische Latino-Musik à la Buena Vista Social Club erwartet hat, wird bitter enttäuscht. Statt dessen präsentieren sich den mehr oder weniger geneigten ZuhörerInnen beinahe groovelose Stücke mit seichtem Hintergrund, penetrant stampfendem Rhythmus und einer weinerlich-hellen Männerstimme mit schlechtem Englisch. „Gekrönt“ wird dieses Latino-Elektro-Experiment von unpassenden Zusätzen wie Hip-Hop-Mitsängern, Glöckchen, Kindergeschrei im Hintergrund, bis zum Wahnsinn reizenden Wiederholungen oder störendem Scratching. Das Album schafft definitiv den Spagat zwischen experimentell und langweilig; die beiliegende DVD dagegen zeigt Rios in deutlich positiverem Licht, als er bei einem Live-Konzert in einem kleinen Club so richtig für – jawoll, groovige - Stimmung sorgt. Wertung 5/10.