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Fjarill - Stark
Rintintin Musik VÖ: 15.12.2006

CD im Bumbanet Store

 

 

Schweden ist das Land der verschneiten Weite, die Heimat von Ronja Räubertochter, Abba, Pippi Langstrumpf oder Roxette. Schweden ist auch die Heimat von Aino Löwenmark, die zusammen mit der Südafrikanerin Hanmari Spiegel den Kern der Hamburger Gruppe Fjarill (fjärill = schwed.: Schmetterling) bildet. Die Einsamkeit und Naturverbundenheit, welche das Leben in diesen Ländern wohl zwangsläufig hervorbringt, sowie die klassische Ausbildung beider Frauen machen denn auch einen Gutteil des äußerst ungewöhnlichen Albums aus. Einen nicht unerheblichen Part macht neben der kristallklaren Stimme Löwenmarks, die zwischen Tori Amos und Björk oszilliert, auch der, für die meisten ZuhörerInnen fremde Klang der schwedischen Sprache, in der alle Lieder gesungen werden, aus. Glücklicherweise sind aber alle Titel im Booklet übersetzt, denn sonst ginge viel ihres lyrischen Zaubers verloren, der so gekonnt in der märchenhaft-mystischen Leichtigkeit der Musik fortgeführt wird: Neben der kommerz-unkompatiblen, dramatischen Art, wie Löwenmark sich durch das gesamte Gesangs-Spektrum probiert, mal kurz kraftvoll anschwellend, dann wieder ins Hauchhafte abebbend, aber die meiste Zeit getragen, wie aus dem Off flüsternd, weich-gedämpft, fast, als hätte sie Angst zu stören, haben hier auch die Instrumente viel Platz zum Austoben. Vor allem Streicher und Klavier erzeugen eine soghafte Spannung, schaffen eine Folklore der ganz eigenen Art, eine Feenmusik, sphärische Klangtropfen auf taufrischen Wiesen neben murmelnden Bächen – eben die Musik, zu der Ronja mit den Waldtrollen und Wurzelgnomen um die Wette läuft. Und wie die Natur immer wieder Neues zu entdecken bietet, haben auch Fjarill mit dieser CD ein Universum geschaffen, in dem kein Geschöpf dem anderen gleicht, und alle durch die markante Stimme Löwenmarks zusammengehalten werden. Allerdings ist es genau diese eigenwillige Art musikalischer Ausgestaltung, die „Stark“ zum Verhängnis wird, denn nach einiger Zeit strengt das Zuhören merklich an, weil dies einfach kein „Easy-Listening“-Album ist. Die kunstvollen Arrangements dulden keine GöttInnen neben sich, sondern verlangen die ungeteilte Aufmerksamkeit der ZuhörerInnen. Fjarills Erstwerk ist deshalb die richtige Wahl für alle (Halb-)MystikerInnen oder ÄsthetInnen, die genug vom Kommerz-Käse haben und schon imm.er mal wissen wollten, wie es sich wohl anhört, wenn Schmetterlinge fliegen. Wertung 7/10.

Autor:
Natascha Salem


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