Das fünfte Faithless-Album überrascht durch seine Ruhe und Ausgeglichenheit. Stand bei den bisherigen Werken von Maxi Jazz, Sister Bliss und Rollo doch der „Dance-Appeal“ mehr oder weniger im Vordergrund, so lebt „To All New Arrivals“ vor allem von seiner (dunklen) Atomsphäre. Warmer Sound, vielschichtige Arrangements und breitgefächerte Einflüsse, sind die Attribute, die das Album auszeichnen. Es gibt einige Stücke, die herausstechen. Das sind „Last This Day“ mit Dido, der Schwester von Rollo, und das mit dem Gesang von Robert Smith von The Cure ausgestattete „Spiders, Crocodiles & Kryptonite“. Aus der Reihe tanzt auch das funkige „The Man In You“ mit seinen Rapeinlagen. Auf Dancetracks muss trotzdem niemand verzichten, so zielt zum Beispiel „Music Matters“ (featuring Cass Fox) auf die Tanzflächen ab. Das neue Faithless-Album ist sicherlich weitaus schwieriger klassifizierbar als seine Vorgänger und liefert auch keinen Smash-Hits wie „Insomnia“ ab. Das mindert aber keinesfalls die Qualität der elf Stücke, die nicht beim ersten Hördurchgang zu fassen sind und ihre Zeit brauchen ihre Wirkung zu entfalten. Insgesamt ist „To All New Arrivals“ vielleicht kein Meilenstein der Faithless-Geschichte geworden, aber es ist mit den typischen Qualitäten der Band ausgestattet, und ein äußerst reifes, interessantes Werk. Wertung 8/10.