Erdmöbels “No. 1 Hits” ist ein Konzeptalbum, klar. Darüber gibt der Titel ja schon deutlich Auskunft, was hier drauf steht ist hier auch drin, No. 1 Hits unterschiedlicher Länder, eingedeutscht und musikalisch verfremdet. Schön, endlich versteht man mal alle Texte. In der Vergangenheit wurden Erdmöbel schon in viele musikalische Schubladen gesteckt, Easy Listening, Deutschrock, Pop – irgendwo in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Kölner Band dann wohl auch und covert Songs so unterschiedlicher Künstler wie den Bee Gees, Kraftwerk, den Vengaboys, den Crash Test Dummies, Procol Harum, Kylie Minogue oder Nirvana. Die einzige Bedingung: Zu einem Zeitpunkt muss das Lied einmal ein No.1 Hit gewesen sein. Das Resultat ist selbstverständlich höchst eigenwillig und reicht von gelungen, bis hin zu weniger gelungen, bis hin zu absolut peinlich – eigentlich ist hier alles dabei. Lustig und humorvoll ist zum Beispiel Tom Jones´ No.1 Hit aus dem Jahre 1965, „What´s New Pussycat?“, übersetzt mit “was geht muschischatz?”. „Fahler als nur fahl“ („A Whiter Shade of Pale“) von Procul Harum klingt ebenfalls ganz ok. Peinlich und zum weghören sind allerdings das Cover der Vengaboys und Nirvanas „riecht wie teen spirit“. Wobei „peinlich“ eigentlich nicht das richtige Wort ist, die Lieder sind eher obskur und seltsam, man fragt sich die ganze Zeit warum die Band das jetzt bloß so gemacht hat. Die Zielgruppe bleibt da genauso unklar - Für Kabarett-Fans und Fans von Slapstick-Theater? Für alkoholisierte Menschen nach dem zehnten Bier? Für das Sommerfest der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr? Die Antwort sollte wohl jeder am besten für sich selbst raus finden. Wertung 5/10.