Sie haben sich alle im Headroom Studio in Berlin eingefunden und gemeinsam eine Compilationen entstehen lassen, die Electro-Groove und Piano Lounge verbindet. Alle – das sind unter anderem die Produzenten Christoph Rinnerts und Marc Elsners sowie die Sängerinnen Nika, Axinia oder Dana, die der Compilation ihren Namen spenden: Electric Lady Lounge. Der weibliche Faktor ist zwar nicht stets präsent, aber doch unüberhörbar, und gibt den 14 ruhigen, leicht verträumten Stücken ihre Laszivität. Zu seicht ist dieser Mix nie, denn die Beats gehen in die Tiefe und holen gerne mal kräftig Luft, pumpen und wummern. So wandelt die Compilation tatsächlich auf dem schmalen Grad zwischen Lounge und Club: Für die Lounge zu kräftig, für den Club zu chillig. Das ist hier zwar je nach Song und Sängerin unterschiedlich, überwiegend aber hält diese Scheibe den Kurs der Mitte ein. Damit geht „Electric Lady Lounge“ zwar nicht das Wagnis ein, durch ungewohnte Klänge Hörer zu verschrecken, vernachlässigt es aber andererseits, aus der Masse der Chillout-Compilations herauszuragen. Unterm Strich bleibt ein schönes, homogenes Album, das aber teilweise etwas zu sehr vor sich hinplätschert und die nötige Würze vermissen lässt. Potenzial steckt hier zweifelsohne drin. Wertung 6/10.