Streetlife Records, das von Dean Dawson (Spezializtz) gegründete Label aus Berlin, startet mit seinem neuen Signing Deso Dogg durch. Der in Kreuzberg geborene Rapper begann seine Karriere zusammen mit Charnell und der Crew 030 Gangxta Clicc, kam aber nie so recht voran, weil er mehrfach im Knast saß. Nun hat er es aber doch noch geschafft sein erstes Album einzuspielen, das überwiegend von seinem Weggefährten Montana Beats produziert wurde (einige Beats kommen auch von DJ Desue und Plattenpapzt). „Schwarzer Engel“ ist ein kompromissloses, schonungsloses und straightes Album geworden, das den grauen Berliner Alltag reflektiert. Deso Dogg battlet nicht, sondern er erzählt die harten Geschichten des Lebens. Dabei bringt Deso, der Support auf der diesjährigen DMX Tour war, seinen eigenen Style mit: Besonnen und geschliffen kommen seine Raps daher. Besonders deutlich wird das bei Tracks wie „Innere Stimme“ (featuring Dissput), „Gangxta“ (featuring Kaisa) oder „Macht Platz“. „Schwarzer Engel“ ist ein dunkles, verzweifeltes und gnadenloses Album. Deso’s Welt ist knallhart. Vor allem „Engel weinen schwarzes Blut“ zeichnet ein negatives Bild: Ein Untergangsszenario. Eingängigstes Stück des Albums ist „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ mit Vanessa Mason, das den Lebensweg von Deso Dogg abbildet. Insgesamt fehlt es dem Album vielleicht etwas an thematischer Vielfalt und abwechslungsreicheren Beats, aber Deso Dogg hat mit seinem Debüt ein deutliches Statement gesetzt und sich vom typischen Berlin-Untergrund abgesetzt. Wertung 7/10.