Raketenhund ist ein seltsamer Name für eine Band, die nicht so aussieht wie sie es vorgibt. Zumindest das jugendliche Foto im Booklet des zweiten Albums der Braunschweiger bildet nicht wirklich die drei Jungs mit ihrer Bassistin Anne ab. Dabei sind Raketenhund eine eigentlich recht ernste Punkrockband, die sehr viel Gewicht in ihre tiefsinnigen und hintergründigen deutschen Texte legt. Auf den ersten Blick sieht das anders aus: Der Albumtitel „Walking on Zahnfleisch“ und Songtitel wie „Vörsicht Kötbömbe!“ oder „Pisspott“ lassen nicht gerade anspruchsvolles Textgut erwarten. Trotzdem tun Raketenhund alles, um nicht vom Inhalt abzulenken, denn die Musik plätschert monoton vor sich hin. Die Gitarren schrammeln ein bisschen, zwischen den zwölf Songs sind nur wenige Unterschiede auszumachen. Das klingt dann ein wenig wie Tocotronic auf Punk. Oder wie bei anderen - deutsche Bands mit reflektierenden Texten gibt es derzeit ja genug. Davon grenzen sich Raketenhund ab, indem sie ihre Liebe zum Punk nie aufgeben. Wer Spaß daran hat, sich an den Texten von „Walking on Zahnfleisch“ den Kopf zu zerbrechen, kann hier zugreifen. Jedermanns Sache wird das nicht sein. Aber ganz nett ist es schon dieses Album. Wertung 6/10.