Decades – Secrecy
Civic Dust Company VÖ: 05.04.2007
Ein ungeschriebenes Gesetz der Musikindustrie besagt, dass die Qualität (und Länge) eines Promotextes für gewöhnlich der Qualität der damit beworbenen Musik diametral entgegenstehen. Decades liefern einen weiteren Beweis für die Gültigkeit dieser These: Ihre laut Marketing „herausragende“ zweite Platte „Secrecy“ katapultiert die Band angeblich „in die vorderste Reihe des Elektropops“ und auch sonst wird im Werbetext mit Superlativen nicht gespart. Zugegeben, aufrichtig ehrliche Werbetexte gibt es nicht, schließlich geht es ja darum, ein Produkt zu verkaufen – wenn aber die Diskrepanz zwischen Schein und Sein gewisse Dimensionen erreicht, wird es lächerlich. Fakt ist: Auf „Secrecy“ trifft über weite Stecken schlicht langweiliges Synthie-Gedümpel auf Drumcomputer-Beats und eine nichtssagende Stimme, deren beworbene „Intensität und Timbre“ höchstens durch ihre Fehlen überraschen. Lediglich auf „100 000 Volts“ erinnert Sänger Stefan entfernt an einen Elvis-Imitator. Die Melodien sind unaufdringlich und genauso wenig nachhaltig. Stücke wie „Kite“, „Central Dazzling Starlight #2“ oder das psychadelische „Motorcycle Ride“ scheinen direkt aus der 80er-Jahre-Mottenkiste zu stammen, aber auch das sich moderner gebende „Chemicals“ mit seinen gleichmäßigen Beats und dem verzerrten Gesang ist nicht aufregender und lädt genauso wenig zum Tanzen ein. Nett sind allenfalls der balladeske Opener „If“ und der heimliche Titeltrack „Undercover“. Insgesamt aber einfach langweilig und unüberzeugend. Wertung 2/10.