Mit ihren bisherigen, meist in Eigenregie veröffentlichten Platten konnten Culm aus Rheine meist gute Kritikermeinungen einfangen. Klar, dass da die Erwartungen an das zweite Album der 2004 gegründeten Postcore-Band hoch sind. Culm verstehen sich auf vertracktes, anspruchsvolles Songwriting mit emotionalen Screamings. Damit sollte die Marschroute klar sein: Das Quartett legt keinen Wert auf eingängige Arrangements oder Sing-a-longs, sondern präsentiert 13 sperrige Songs. Diese klingen dann auch äußerst variabel und wie auf „Like Light The Moths“ nimmt die Band auch mal das Tempo raus. Nur leider wird schnell klar, dass Culm auf fast allen Stücken nach dem gleichen Muster vorgehen, zudem klingen die Gitarre von Ali und der Gesang von Christoph meist gleich. Was bei dem Album „Life In A Steel Cage Is No Life At All“ über das erste Drittel sehr gut funktioniert, führt sehr schnell zu Ermüdungserscheinungen. Und hier zeigt sich dann auch letztendlich der Unterschied zu vergleichbaren Bands wie Dredg, die auch aus der Ruhe immer neue Kraft und Ideen schöpfen, ohne sich selbst zu wiederholen. Culm beweisen sich als ambitionierte Band, können dabei aber weder restlos überzeugen noch unterhalten. Unterm Strich ist das dann nur Emocore der erwachsenen Sorte. Wer das Album haben will, muss übrigens zur Vinyl kaufen, die CD gibt es nur als Beilage. Wertung 6/10.